Wie lässt sich der reale Zinssatz einfach abschätzen?
Richtige Antwort
Antwort D: Nominalzins − Inflation.
Kurz erklärt
Als einfache Näherung zieht man die Inflationsrate vom Nominalzins ab. Bei 3 % Zinsen und 5 % Inflation ergibt das ungefähr −2 % realen Zinssatz.
Ausführlich erklärt
Der Nominalzins ist der vertraglich angegebene Zinssatz. Er zeigt, um wie viele Geldeinheiten ein Guthaben wächst. Der Realzins berücksichtigt zusätzlich die Preisentwicklung und beantwortet die wichtigere Kaufkraftfrage: Kann das verzinste Geld später mehr oder weniger kaufen?
Für kleine Prozentwerte genügt häufig die Näherung: Realzins gleich Nominalzins minus Inflationsrate. Im Beispiel ergibt 3 Prozent minus 5 Prozent ungefähr minus 2 Prozent. Exakt wird mit der Beziehung (1 + Nominalzins) geteilt durch (1 + Inflationsrate) minus 1 gerechnet. Das ergibt hier rund minus 1,9 Prozent.
Je nach Fragestellung kann mit erwarteter oder tatsächlich gemessener Inflation gerechnet werden. Kosten, Steuern und eine persönliche Preisentwicklung können das individuelle Ergebnis zusätzlich verändern. Deshalb ist der Realzins kein garantiertes Haushaltsresultat, sondern ein standardisierter Vergleich. Ein negativer Realzins bedeutet nicht, dass Geld vom Konto verschwindet. Der Nominalbetrag kann steigen, während seine Kaufkraft gegenüber dem gewählten Preismaß sinkt.
Beispiel oder Alltagsbezug
Aus 1.000 Euro werden bei 3 Prozent Zins 1.030 Euro. Kostet der frühere 1.000-Euro-Warenkorb später 1.050 Euro, reicht das Guthaben nicht mehr für denselben Korb.
Typischer Irrtum
Anfänger addieren häufig Zins und Inflation oder glauben, ein positiver Zins garantiere reale Gewinne. Die Erklärung trennt Geldzahl und Kaufkraft.


